Energiekosten sind für viele mittelständische Unternehmen zu einem strategischen Thema geworden. Die Preissprünge der vergangenen Jahre haben gezeigt, wie abhängig Betriebe von Strommärkten sind. Das eigene Dach bietet eine Möglichkeit, einen Teil des Bedarfs selbst zu decken, und zwar zu Kosten, die über 20 Jahre weitgehend feststehen.
Die entscheidende Kennzahl
Wer eine Investition in Photovoltaik bewertet, sollte die Stromgestehungskosten berechnen: Was kostet eine Kilowattstunde vom eigenen Dach über die gesamte Lebensdauer, einschließlich Anschaffung, Wartung, Versicherung und Finanzierung? Liegt dieser Wert deutlich unter dem Preis für Netzstrom, rechnet sich jede selbst genutzte Kilowattstunde. Eine Anleitung, wie man die Stromgestehungskosten von Photovoltaik berechnet, hilft bei der ersten Einschätzung.
Eigenverbrauch ist der Hebel
Für Unternehmen gilt noch stärker als für Privathaushalte: Die Rendite entsteht durch Eigenverbrauch, nicht durch Einspeisung. Betriebe, die tagsüber produzieren, kühlen oder Maschinen betreiben, haben ein Lastprofil, das gut zur Solarerzeugung passt. Bürobetriebe mit Klimatisierung im Sommer profitieren ebenfalls. Wer abends und nachts den Großteil verbraucht, braucht einen Speicher oder eine andere Strategie.
Steuerliche Aspekte
Eine Photovoltaikanlage auf dem Firmendach ist ein Wirtschaftsgut, das über die Nutzungsdauer abgeschrieben wird. Hinzu kommen je nach Größe und Investitionszeitpunkt Sonderabschreibungen oder Investitionsabzugsbeträge. Unternehmen sollten die Planung frühzeitig mit dem Steuerberater abstimmen.
Dach und Statik
Gewerbedächer sind oft Flach- oder Trapezblechdächer mit begrenzter Tragreserve. Vor der Planung sollte die Statik geprüft werden. Bei Dächern, die in den nächsten Jahren saniert werden müssen, lohnt es sich, Sanierung und Anlage zu kombinieren. Anbieter für Photovoltaik im Gewerbe übernehmen in der Regel Prüfung, Planung und Netzanmeldung aus einer Hand.
Alternativen zum Kauf
Nicht jedes Unternehmen will Kapital binden. Pacht- und Contracting-Modelle, bei denen ein Dritter die Anlage betreibt und den Strom an das Unternehmen verkauft, sind eine Alternative. Die Rendite fällt geringer aus, das Risiko ebenfalls.
Für die meisten Mittelständler mit geeignetem Dach und Tagesverbrauch rechnet sich Photovoltaik. Die eigentliche Frage ist nicht ob, sondern in welcher Größe und mit welchem Betriebsmodell.



