Der Döner ist eines der meistverkauften Gerichte in Deutschland, doch der Markt ist zersplittert. Tausende inhabergeführte Imbisse stehen einer Handvoll Ketten gegenüber, die in den vergangenen Jahren stark per Franchise gewachsen sind. Inzwischen versuchen auch einzelne Betriebe, ihr Konzept zu vervielfältigen. Das wirft die Frage auf, was einen Imbiss franchisefähig macht.
Standardisierung ist alles
Franchise funktioniert nur, wenn sich ein Betrieb kopieren lässt. Das beginnt bei der Speisekarte: Je schmaler sie ist, desto einfacher lassen sich Einkauf, Lager und Arbeitsabläufe standardisieren. Rezepturen mit genauen Mengen, eine feste Lieferantenliste und ein definierter Küchenaufbau sind die Grundlage. Erst wenn der zweite Laden das gleiche Produkt liefert wie der erste, entsteht eine Marke.
Warenwirtschaft als Wettbewerbsvorteil
Viele kleine Imbisse arbeiten ohne systematische Kalkulation. Wer aber weiter wachsen will, muss wissen, was jedes Gericht kostet und wo Verluste entstehen. Eine eigene Warenwirtschaft mit Einkauf, Lager und Inventur wird so vom Verwaltungsaufwand zum Kern des Geschäftsmodells.
Ein Beispiel aus dem Münchner Umland
Ein Dönerladen in Gröbenzell sucht über seine Website gezielt Franchise-Partner. Das Konzept setzt auf einen einzelnen Laden mit schmaler Karte, ein eng gezogenes Liefergebiet und eine eigene Warenwirtschaft. Angesprochen werden ausdrücklich Menschen, die selbst hinter der Theke stehen wollen, nicht reine Investoren. Bestellt wird im eigenen Onlineshop auf amcas.de, ein Baustein, den Partner übernehmen könnten.
Die Risiken
Für Franchisenehmer liegt das Risiko in der Abhängigkeit von einem jungen System ohne lange Erfolgsgeschichte. Vor der Unterschrift sollten sie Gebühren, Laufzeiten, Gebietsschutz und die Unterstützung beim Aufbau genau prüfen und sich die Zahlen des Referenzbetriebs zeigen lassen. Für den Franchisegeber besteht das Risiko darin, dass ein schlecht geführter Partnerbetrieb der Marke schadet.
Markt mit Potenzial
Der Döner-Markt bleibt attraktiv, weil die Nachfrage stabil und das Produkt überall bekannt ist. Kleine Systeme können sich durch Qualität, regionale Verankerung und persönliche Betreuung von großen Ketten abheben. Ob daraus eine neue Marke entsteht, entscheidet sich am zweiten und dritten Standort.

